(c) WDR /Jenny Sieboldt

 
WDR2 setzt auf Personalities am Mikrofon und beweist damit, dass modernes Formatradio Inhalt mit Kante haben kann. Nach Thomas Bug und Jan-Malte Andresen startet am 19. September Jörg Thadeusz am WDR2-Mikrofon. Er wird ab sofort regelmäßig eine Woche im Monat montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr zu hören sein.

Für Jörg Thadeusz eine Rückkehr in den Westen, denn der Dortmunder war 1995 einer der ersten Moderatoren beim jungen WDR-Radio 1LIVE. Bekannt wurde der 48-Jährige außerdem als „Zimmer frei“-Reporter im WDR Fernsehen.

Für MAASS·GENAU nahm sich der neue WDR2-Vormittags-Mann Zeit für ein paar Fragen. Danke, lieber Jörg!

„Darüber spricht man!“ – 13 Fragen an… Jörg Thadeusz

MAASS·GENAU: Worüber haben Sie sich zuletzt so richtig gefreut? 

Über die Medaillen der Kanuten bei den Olympischen Spielen. Vor allem die von Sebastian Brendel und Franziska Weber.

MAASS·GENAU: Und worüber haben Sie sich geärgert?

Über die CDU-Minister Henkel und Caffier, die uns in ihrer Schlappschwanzigkeit gegenüber der AfD diese Burka-Unfugsdebatte übergeholfen haben.

MAASS·GENAU: An welchem Ort sind Sie aktuell am liebsten – und warum?

Auf dem See, an dem ich wohne.

MAASS·GENAU: Welches politische Thema bewegt Sie im Moment? 

Ob Politik in Deutschland nicht häufiger kraftvolle Botschaften wie „Wir schaffen das“ vertragen könnte. Schließlich ist Deutschland letztlich eine kalte Ecke ohne nennenswerte Rohstoffe. Am Wege ist von den Generationen vor uns mehr geschafft worden, als nur die Erfindung des Krabbenbrötchens (die auch wichtig war). Wenn die Bundeskanzlerin uns also zutraut, dass wir gemeinsam Menschen in Not helfen können, freue ich mich über diese Zuversicht. Und finde die Pessimisten wieder einmal pinscherhaft.

MAASS·GENAU: Über wen sollte endlich mal gesprochen werden – und warum? 

Über die Firma Mennekes in Kirchhundem. Ein tolles Beispiel für einen heimlichen Weltmarktführer aus NRW.
(INFO: Mennekes ist führender Hersteller von Industrie-Steckvorrichtungen)

MAASS·GENAU: Mit wem würden Sie gern mal tauschen und was würden Sie dann als Erstes tun?

Mit Hannelore Kraft. In der Staatskanzlei in München anrufen und ausrichten, man möge dort mal für ein paar Monate die Klappe halten. Denn jetzt würde von dort gesprochen, wo in Deutschland wirtschaftlich der Hammer hängt, nämlich aus Nordrhein-Westfalen.

MAASS·GENAU: Was lesen Sie gerade? 

Cora Stephan „Ab heute heiße ich Margo“. Mit großer Könnerschaft erzählte Geschichte von zwei Frauen, die die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts durchlebt haben. Wieder denke ich dabei: Wenn wir die Hälfte von dem erleiden müssten, was unsere Großeltern mitgemacht haben, woher sollten wir nur all die Therapeuten, Burn-Out-Caoches und Yogalehrer bekommen, um die seelische Last zu balancieren?

MAASS·GENAU: Was haben Sie zuletzt im Fernsehen, Kino oder Theater geschaut und wie fanden Sie es?

„Mr.Collins zweiter Frühling“- was, wenn Dir John Lennon geschrieben hat und Du bekommst den Brief erst vierzig Jahre später in die Finger? Der begeisternde Al Pacino in der Rolle eines Sängers, der sich zurecht vor seinem Erfolg gefürchtet hat.

MAASS·GENAU: Was können Sie im Internet empfehlen? 

Politico.com. Damit ich nicht sagen muss, dass Donald Trump ‚irgendwie doof’ ist. Sondern präzise weiß, wann er wieder einmal die Unwahrheit sagt.

MAASS·GENAU: Worüber wird in den Medien viel zu oft gesprochen? 

Über die diversen Ängste, die Journalisten plagen.

MAASS·GENAU: Ihr Wort an:

– Angela Merkel… Sie schaffen was.

– Sigmar Gabriel… Schade. Sie hätten womöglich das Zeug zur Größe.

– Wolfgang Bosbach… Ich war beinahe nie Ihrer Meinung, aber immer von Ihnen persönlich überzeugt.

MAASS·GENAU: Und zum Schluss: 

– Deshalb moderiere ich bei WDR2…  

Weil ich als Jugendlicher alle mir gewogenen Geister beschworen habe, um irgendwann dort arbeiten zu dürfen.

– Darum sollte man mich dort unbedingt einschalten…

Weil ich zu irgendeinem Zeitpunkt das Geheimnis ewiger Jugend preisgeben werde.

– Das unterscheidet die Moderation im Radio von meinem TV-Job…

Niemand sitzt in einer Regie und diskutiert mit einem Dritten, ob ich schwitze, oder nicht.