Gedanken…! von Jochen Maass 

Früher war mehr Sofa, Bibliothek, Gemütlichkeit. Heute sind die Stände der Verlage auf der Frankfurter Buchmesse genauso „to go“ wie die Bordbistros im ICE. 

Es passt in unsere Zeit, dass immer alles so wirkt wie „auf dem Sprung“. Bloß nicht verweilen, bloß nix Bequemes. Man könnte ja etwas verpassen. In der Regel ist es dann eine blinkende Message auf dem Smartphone. Doch es hätte ja auch etwas Wichtigeres sein können mit noch mehr Kick. 

Trotzdem: Buchmesse ist immer noch etwas Besonderes, Wohliges, das sich anfühlt wie eine Mischung aus „Wetten, dass..?“, Bonner Republik und Helmut Schmidt. Bücher sind nah, vertraut – im besten Sinne old school. Obwohl nur noch jeder fünfte Deutsche häufig zum Buch greift, während 77 % fernsehen und sogar noch 52 % die längst totgesagte Tageszeitung lesen: Bücher wecken Sehnsüchte. Nach Einkehr, Nachdenken, geistigem Futter jenseits schneller Meinungen. 

Wenn man denn die Buchstapel zu Hause endlich mal lesen würde. Die Zeit… Ja, aber… die Zeit fürs Smartphone ist ja eigentlich auch immer da… Zu logisch. Klugscheißer-Argument. Weg mit dem schlechten Gewissen. Smartphone muss sein! 

MAASS•GENAU war auf der Frankfurter Buchmesse, um mit Verlagen über ein Ziel zu sprechen: neue gute AutorInnen und ihre Bücher sichtbarer und bekannter zu machen. Muss ja nicht immer Hirschhausen sein – oder Lütz. Redaktionen dürsten nach Abwechslung jenseits der Stars. Das Feedback der Verlage war sehr positiv. Packen wir es an! Denn wir finden: Smartphone muss sein. Buch aber mehr denn je!