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MAASS·GENAU-Fragen zum Tüten-Stopp an Journalistin und Nachhaltigkeitsexpertin Janine Steeger („Green Janine“):

Wie findest Du den Tüten-Stopp bei REWE?

Ich finde den Plastiktütenstopp spitze. Weil es ein großer Aufschlag ist, weil ein großer Konzern ein Zeichen setzt und weil das Nachahmer haben wird. Am 01. Juli tritt eine Selbstverpflichtung des Handelsverband Deutschland in Kraft, um das Plastiktütenaufkommen zu reduzieren. 60 Prozent aller Plastiktüten sollen dann kostenpflichtig sein. Umweltministerin Hendricks ist skeptisch, ob das klappt und hat bei Nichterreichen des Ziels doch mit einem Gesetz gedroht. Jetzt geht REWE diesen Schritt und macht Plastiktüten nicht einfach nur teurer, sondern schafft sie ab. Ich finde es wirklich großartig.

Verzichtest Du generell auf Tüten?

Eigentlich immer. Ich habe Beutel in der Handtasche, die ich sofort nach dem Einkauf dort wieder reinpacke. Wenn ich die wirklich mal vergessen sollte, kaufe ich Stoffbeutel oder Papiertüten. Und sogar für das lose Gemüse bringe ich Beutel mit. Wenn die nicht für alles Obst und Gemüse reichen, nehme ich auch da eine Papiertüte. Vieles lege ich aber auch lose in meinen Beutel.

Wie kaufst Du ein?

Sehr oft in ganz kleinen Mengen. Ich muss natürlich eingestehen, dass das organisatorisch nicht jedem möglich ist. Aber so schmeiße ich nur ganz wenig weg. Ich kaufe regional, saisonal, bio und fair. Es ist nicht immer alles gleichzeitig, aber insgesamt sehr bewusst.

Wann hast Du Dir zum ersten Mal Gedanken zum Umweltschutz gemacht & warum?

Das war etwa zwei bis drei Jahre vor der Geburt unseres Sohnes. Ich hatte irgendwie das Gefühl, ich möchte mich mit einem sinnvollen Thema beschäftigen. Und dann ist das einfach so passiert. Mama zu werden hat natürlich wie ein Katalysator für das Thema gewirkt, weil man sich automatisch die Frage stellt: In welche Welt gebärst Du ein Kind? Und da ich es immer richtig finde, erst mal das zu tun und zu ändern, was man selbst tun und ändern kann, habe ich einfach angefangen.

Wie verhältst Du Dich umweltbewusst? 

Wir haben das Auto abgeschafft und fahren E-Bike, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, nutzen Car-Sharing und für längere Strecken fast immer die Bahn. Ich habe ethisch korrekte Bankkonten. Ich trage nachhaltige Kleidung und meine Familienmitglieder meistens auch. Ich beziehe Ökostrom. Ich habe energieeffiziente Geräte, verwende gut abbaubare Wasch- und Reinigungsmittel, achte beim Kauf von Kinderspielzeug auf Nachhaltigkeit und Fairness. Gerade bin ich an einer grünen Hausratversicherung dran. Ich bin grüne Gründerin als Green Janine. Also auch meine Arbeit ist „grün“. Was das konkret bedeutet, kann man auf meiner homepage nachlesen.

Ist Dein Leben als Umweltschützerin beschwerlicher geworden?

Es wäre gelogen, hier mit ‚Nein!‘ zu antworten. Aber es ist im gleichen Maße auch reicher geworden. Das Ding ist: Wenn man mit einer Sache anfängt im Umweltschutzbereich, dann will man diese Gedanken plötzlich in alle Lebensbereiche integrieren. Das bedeutet konkret viel Recherche, viel Umdenken, offen sein für Neues und klar, manchmal ist das anstrengend. Aber erstens teile ich meine Rechercheergebnisse, so dass andere nicht alles aufs Neue rausfinden müssen. Und zweitens bringen diese neuen Erkenntnisse auch ganz viel ungeahnten Spaß und neue Erfahrungen mit sich. Und dadurch wird es dann eben reicher.

Janine Steeger, Jahrgang 1976, moderierte von 2008 bis 2015 das RTL-Magazin „Explosiv“. Sie hat sich als Journalistin und Moderatorin auf grüne Themen spezialisiert und lebt umweltbewusst.

Im Internet setzt sie sich mit ihrer Homepage „Green Janine“ für Nachhaltigkeit ein: Green Janine